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Manchmal wächst mehr als Gemüse

Manche Projekte beginnen nicht mit einem Businessplan.


Sondern mit einer Idee.


Während der Corona-Zeit stand ich oft im Garten, las viel über Landwirtschaft, Bodengesundheit und neue Formen des Anbaus. Irgendwann entstand der Gedanke: "könnte ich davon leben?" Gemüse anbauen, Menschen versorgen, etwas sinnvolles schaffen?


Dann ergab sich die Möglichkeit eine Wiese hinter unserem Haus für Gemüseanbau zu nutzen. Über 1.000 Quadratmeter. Also gings an die Umsetzung und dann kam Sophie ins Spiel. Eine Freundin meinte damals: "Frag doch Sophie, sie wollte so was schon immer machen".

Also trafen wir uns, verstanden uns und: fingen einfach an.


Ich habe mit Ämtern gesprochen, Genehmigungen organisiert, wir haben Zäune gebaut, Wasserversorgung gesichert, Pläne gemacht und unzählige Stunden und auch Geld investiert.


Und dann passierte etwas rückblickend völlig Normales: wir merkten, dass wir unterschiedlich ticken und verschiedene Wege einschlagen würden.


Unsere Vorstellungen gingen oft auseinander. Es gab Diskussionen, Enttäuschungen, Frust, Missverständnisse und Momente, in denen ich am liebsten alles hingeworfen hätte.


Aber der Garten blieb.


Und vielleicht war genau das das Wertvolle.


Denn über die Jahre entstand so nicht nur ein Gemüseacker. Es entstand für mich ein Ort des Lernens.


Wir lernten über Menschen, Boden, Pflanzen, Hochwasser, Schnecken, Mischkulturen und darüber, dass es selten den einen richtigen Weg gibt.


Und wir lernten viel über uns selbst.


Heute heißt der Ort "Garten Eden".


Menschen können mithelfen, ernten, Fragen stellen oder einfach auf der Bank sitzen und beobachten.

Manchmal wird viel geerntet. Manchmal macht ein Hochwasser vieles wieder zunichte. Manchmal läuft alles anders als geplant.


Wie im Leben eben.


Sophie sagt oft, dass ihr die Arbeit der Erde Ruhe und Kraft gibt.

Und genau das spürt man dort.


Der Garten Eden ist kein perfektes oder fertiges Projekt.


Und vielleicht macht genau das seinen Wert aus.


Er erinnert daran, dass Entwicklung Zeit braucht.


Dass nicht alles rentabel sein muss.


Und dass manchmal etwas viel Größeres entsteht als das, was ursprünglich geplant war.


Manchmal wächst mehr als Gemüse.

Und dafür bin ich sehr dankbar. Danke liebe Sophie für den gemeinsamen Weg.

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